TONBANDGERÄT

© Dennis Dirksen

Da ist so viel, was sich ändert / und am Ende ändert's mich.

Auf ihrem dritten Album erzählt die Hamburger Band TONBANDGERÄT von Übergängen, von Ungewissheit und Übermut. Und das mit zwölf höchst eingängigen Popsongs, die federleicht euphorisieren und tiefgründig nachschwingen. Bereits der Titel zeugt von der klugen Poesie dieses super sympathischen Vierers: „Zwischen all dem Lärm“.
„Lärm muss ja nichts Negatives sein“, sagt Sophia Poppensieker, Gitarristin und Songschreiberin bei TONBANDGERÄT. „Zwischen all dem Lärm“, das habe für sie etwas Schwebendes. Im Transit. Von der Freibadwiese der Kindheit, über Korn und Brause als Teenager, bis zu der erwachsenen Erkenntnis: „Tschüss Karriereleiter / ich nehm die Graustufen“.

Lärm ist somit das Leben an sich, in dem vieles gerne geräuschvoll gleichzeitig geschieht – so wie auch bei TONBANDGERÄT seit dem Jahr 2007. Sophia, damals noch Schülerin, gründete die Band gemeinsam mit ihrer Schwester Isa, die Bass spielt. Die zwei entdeckten Sänger Ole Specht über YouTube, 2010 stieß Schlagzeuger Jakob Sudau dazu. Es entstand schnell ein Draht, eine Demokratie, eine Dynamik. Und dass Ole die Texte singt, die Sophia schreibt, lädt die Songs zusätzlich mit feiner Spannung auf.

In Jugendzentren und kleinen Clubs erspielte sich das Quartett früh eine Fanbasis, die bis heute treu die ganz besondere TONBANDGERÄT-Energie feiert. Der tolle Lärm um die Band wurde mit den Jahren lauter und lauter: 2012 gab’s den New Music Award der jungen ARD-Radiosender, der bereits Bands wie Kraftklub und Bonaparte einen Schub verliehen hatte. 2013, zum Debüt „Heute ist für immer“, folgte der Hamburger Musikpreis Hans. Beim Bundesvision Song Contest 2014 belegte TONBANDGERÄT einen mehr als amtlichen fünften Platz. Gleichzeitig entwickelte sich die Gruppe mal eben zum Exportschlager für smarten deutschsprachigen Pop: Das Goethe Institut schickte Sophia, Isa, Jakob und Ole auf Tour durch die USA, später nach Israel, China und Tschechien. Und da standen dann auf einmal Kids mit selbstgemalten Schildern in den Händen und schrien „I love you“. Irgendwo zwischen Hamburg und der Welt veröffentlichte TONBANDGERÄT zu alledem ihr zweites Album „Wenn das Feuerwerk landet“.

Auf den Festivalbühnen des Landes sind die Vier seitdem ebenso Zuhause wie in den Arenen, die sie als Vorband der Andreas-Bourani-Tour 2016 bespielten. Dass sie 2017 schließlich zweimal die ausverkaufte Elbphilharmonie in eine magisch-funkelnde Popzauberkugel verwandelten, schien da nur noch konsequent. Viel schöner Lärm also.

Und jetzt?

„Bis 2016 ging wirklich alles Schlag auf Schlag. Danach hatten wir auf einmal mehr Zeit – und hingen zwischendurch ganz schön in der Luft“, erzählt Ole. Die Band schrieb 60, 70 Songs. Erstmals nicht nur aus Sophias Feder, sondern auch gemeinsam – eingenistet in St. Peter Ording etwa. Sich hinterfragen, verwerfen, neu und weiter machen, sich frei schreiben, mehr Kante wagen – dieser künstlerische Prozess durchdringt die neuen Stücke und lässt sie vielschichtig schillern.

„Die Songs, auf die wir am Ende alle am meisten Bock hatten, sind am besten geworden“, sagt Sophia. Ein neues Selbstbewusstsein, festgehalten von Produzent Tim Tautorat (AnnenMayKantereit, Faber, The Kooks) in den legendären Hansa Studios in Berlin. An diesem Ort, der die Aura von David Bowie und Depeche Mode in sich trägt, entwickelte TONBANDGERÄT einen eigenen Bandsound, der impulsiv und lässig ist, zugleich aber Weite atmet. Pop mit 80er- und 90er-Jahre-Twist, Indie-Huldigungen inklusive.

„Die Hansa Studios stecken voller Geschichte, haben gleichzeitig aber eine zeitlose Atmosphäre“, sagt Sophia. Ideal für eine Reise durch die Jahrzehnte, wo pop-historisches Gerät wie das Yamaha-Keyboard DX7 nur einen Griff entfernt ist. Um an die Vergangenheit anzuknüpfen, kombinierte Tim Tautorat gemeinsam mit der Band u.a. klangliche Elemente der 90er mit aktuellen Einflüssen. „Ich habe das Gefühl, dass sich die Band auf diesem Album umfassend mit den Themen Älterwerden, Jugend und Heimat befasst. Im Zuge dessen hat sich mein Konzept dieser Platte davon inspirieren lassen“, sagt der Produzent. So entstanden schließlich Songs, in denen sich Text und Ton wechselseitig perfekt verstärken.

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