DISARSTAR

© Maximilian König

Dass sein Name immer häufiger auf den vorderen Rängen der Jahresbestenlisten des Deutschrap auftaucht ist kein Wunder. DISARSTAR gelingt es, wie niemandem sonst zurzeit, die schroffe Direktheit des Straßen- und Battle-Raps mit pointierten gesellschaftspolitischen Betrachtungen zu verbinden. Damit hebt er das Niveau der deutschen Rap-Landschaft beträchtlich an.

Ironie und zur Schau gestellte Witzigkeit sucht man in seiner Welt glücklicherweise vergebens – das vertrüge sich auch absolut nicht mit den gewichtigen Inhalten seiner Texte – dafür findet man umso mehr Haltung sowie einen hellwachen Geist mit messerscharfer Beobachtungsgabe.

Wie wichtig so eine Stimme gerade heutzutage ist, kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Vor allem ist der Weg den der Hamburger Rapper eingeschlagen hat ein glühendes Fanal dafür, hart an sich zu arbeiten, seine Ideale dabei immer vor Augen zu haben und niemals aufzugeben – auch wenn eine vermeintlich leichtere Ausfahrt möglicherweise mit schnellerer Belohnung lockt. Wo andere Reimakrobaten betreten zu Boden starren, wenn es um Momente in ihrer Karriere geht, in denen offensichtlich das Bedürfnis nach genau dieser Sorte schnellem Erfolg fragwürdige Ergebnisse in die Künstlerbio geschnitzt hat, hat DISARSTAR über die zehn Jahre seines Schaffens ein makelloses Gesamtwerk angehäuft, das über jeden Zweifel erhaben ist und es mit jedem Release schafft noch eine Schippe drauf zu legen.

Das zeigt DISARSTAR auch mit seiner Single “Alice im Wunderland”, dem ersten Vorboten des neuen Albums “Bohemien” (VÖ: Februar 2019). Sein Statement dazu:
„Adorno und Horkheimer hatten Recht mit ihrer Kulturkritik und ihren Ideen vom Postfaschismus, denn dieses Land hat zwar Erinnerungskultur, aber eine flächendeckende Ideologiekritik bzw. Reflexion rassistischer Ideologie hat nie stattgefunden. Deswegen kommt auch immer wieder dieses ‚ich bin kein Nazi, aber…’. Die Leute sind sich im philosophischen Sinne nach wie vor überhaupt nicht im Klaren darüber, was faschistische Ideologie überhaupt ist. Rechts ist ideologisch gesehen einfach falsch. Es ist unreflektiert, unhistorisch und unwissenschaftlich. Immer. Man muss sich auch einfach überlegen, mit wem man sich solidarisiert. Mit wem stellt man sich in eine Reihe? Und wenn du dich mit solchen Leuten in einer Reihe siehst, dann bist du halt ein Schwein.“

Es ist nicht das erste Mal, dass DISARSTAR kraftvoll seine Stimme erhebt – schon die Zeilen seines 2013 veröffentlichten Songs „Neue Welt“ wurden so viel zitiert, dass sie längst zu geflügelten Worten in den hiesigen Diskursen geworden sind: „Das ist nicht mein Land, oder dein Land, das ist unser Planet.“ Nie zuvor jedoch ist der Hamburger Rapper so deutlich geworden wie in “Alice im Wunderland”. […] Das hier ist Battle Rap mal anders – ein Battle um die Deutungshoheit in den politischen Diskursen und die Zukunft unserer Gesellschaft. In welcher Welt sollen unsere Kinder einmal leben?

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